Meilensteine im Verfahren

 

Die folgende Darstellung beruht auf den Regeln des Akkreditierungsrates für die Akkreditierung von Studiengängen und für die Systemakkreditierung vom 20.02.2013 und stellt eine auszugsweise Zusammenfassung dar. Es können unterschiedliche Auslegungen der Akkreditierungsagenturen bestehen.

 

Für das Verfahren der Systemakkreditierung lassen sich verschiedene Meilensteine definieren:

  1. Entscheidungsfindung
  2. Zulassungsverfahren
  3. Ausarbeitung der Dokumentation
  4. Auswahl der Gutachter
  5. Erste Begehung
  6. Zweite Begehung (Stichprobe)
  7. Verfahrensabschluss
  8. Zwischenevaluation

 

Entscheidungsfindung

Eine Anmeldung zur Durchführung einer Systemakkreditierung kann von unterschiedlichsten politisch-motivierten, strukturellen und hochschulspezifischen Rahmenbedingungen abhängen.

 

Grundvoraussetzung für eine positive Entscheidung ist jedoch die Erfüllung der Zulassungsvoraussetzungen gemäß Akkreditierungsrat: Die Hochschule muss nachweisen können, dass sie im Bereich von Studium und Lehre ein hochschulweites Qualitätssicherungssystem nutzt. Sie muss dabei belegen, dass mindestens ein Studiengang dieses System bereits durchlaufen hat (Nachweis der Funktionsfähigkeit des Qualitätssicherungssystems). 

 

Ist die Entscheidung für die Durchführung einer Systemakkreditierung in der Hochschule gefallen, steht zunächst die Auswahl einer Agentur an.

 

Dazu sollten in Gesprächen zwischen der Hochschulleitung, Qualitätsmanagementverantwortlichen und mindestens einem Vertreter der verschiedenen Agenturen die Zielsetzung des Verfahrens, die zugrundegelegten Kriterien unter dem Blickwinkel der Auslegung der Agentur und der geplante Verfahrensablauf besprochen werden.

 

Auf Basis dieser Entscheidungsmöglichkeiten fällt die Entscheidung für eine Agentur.

 

Zulassungsverfahren

Die Hochschule stellt bei der Agentur (ggf. über das zuständige Ministerium) einen Antrag auf Durchführung eines Verfahrens zur Systemakkreditierung.

 

Mit dem Zulassungsantrag einzureichen ist i.d.R. eine kurze Darstellung der Hochschule sowie ihres Steuerungs- und Qualitätssicherungssystems im Bereich von Studium und Lehre. Im Antrag ist nachzuweisen, dass mindestens ein Studiengang dieses System bereits durchlaufen hat. Dabei ist darzulegen, in welcher Art und mit welchem Ergebnis dies erfolgte. Ergänzend kann die Antragsdokumentation je nach Agentur weitere Elemente erhalten.

 

Auf Basis des Zulassungsantrags führt die Agentur eine Vorprüfung auf Erfüllung der Zulassungsvoraussetzungen zur Systemakkreditierung durch.

Ist diese erfolgreich, schließen Hochschule und Agentur einen Vertrag über die Durchführung des Verfahrens ab.

 

Ausarbeitung der Dokumentation

Zur Durchführung des Verfahrens reicht die Hochschule anschließend eine ausführliche Selbstdokumentation ein, in der die Funktionsweise der Verfahren zur Qualitätssicherung und -entwicklung deutlich werden. Die Beschreibung muss für die Gutachter eine ausreichende Basis für die Beurteilung des Systems anhand der Kriterien des Akkreditierungsrates darstellen.

Die Dokumentation sollte 40 Seiten (ohne Anhang) nicht überschreiten.

 

Folgende Aspekte sollten in der Dokumentation berücksichtigt sein:

  • Hochschulinternes Steuerungssystem in Studium und Lehre
  • Leitbild und Profil der Hochschule
  • Qualifikationsziele der Studiengänge
  • Studienangebot
  • Qualitätsziele
  • System der internen Qualitätssicherung im Bereich von Studium und Lehre.

Ergänzt wird dies durch eine Stellungnahme der Studierendenvertretung der Hochschule und relevante Anlagen.

 

Bei der Ausarbeitung der Dokumentation können die einzelnen, unterschiedlich detailliert spezifizierten Vorgaben zur Ausgestaltung von Seiten der Agentur herangezogen werden.

 

Auswahl der Gutachter

Die Akkreditierungsagentur bestellt für das Begutachtungsverfahren eine Gutachtergruppe aus mindestens fünf Personen inkl. studentisches Mitglied und Mitglied der Berufspraxis. Die Gutachter sind von ihr nach Expertise und Erfahrungen und entsprechend der Größe, Ausrichtung und fachlichen Heterogenität der Hochschule auszuwählen.

 

Die Hochschule verfügt hinsichtlich der Auswahl der Gutachter über ein Einspruchsrecht (kein Vorschlags- oder Vetorecht).

 

Erste Begehung

Die erste Begehung findet an 1-2 Tagen vor Ort an der Hochschule statt und dient den Gutachtern zur Information über die Hochschule und deren Steuerungs- und Qualitätssicherungssystem.

 

Die Gutachtergruppe führt mit allen Statusgruppen (Hochschulleitung, Lehrende, Studierende, Gleichstellungsbeauftragte, Verwaltungspersonal, Verantwortliche für Qualitätsmanagement), auf Basis der eingereichten Selbstdokumentation, getrennte Gespräche. Die Hochschule hat bei der Festlegung der hochschulinternen Beteiligten in den Gesprächen einen Vorschlags- und Entscheidungsspielraum.

 

Die Gutachter prüfen vor bzw. in der ersten Begehung außerdem die eingereichten Dokumente hinsichtlich ihrer Vollständigkeit und können weitere Unterlagen für die zweite Begehung nachfordern.

 

Zudem verständigt sich das Gutachterteam auf die Zusammenstellung der Stichproben, die Ausgestaltung der zweiten Begehung und insbesondere auf die Auswahl weiterer relevanter Gesprächspartner.

 

Nach der ersten Begehung reicht die Hochschule bei Bedarf ergänzende oder überarbeitete Materialien bei der Agentur ein. Die Hochschule kann dies auch nutzen, um Weiterentwicklungen des Qualitätsmanagementsystems zu dokumentieren.

 

Zweite Begehung (Stichprobe)

Die zweite Begehung, bei der ebenfalls Gespräche mit allen Statusgruppen durchgeführt werden, dient der vertieften Betrachtung der Funktionsfähigkeit und Verankerung des Qualitätsmanagementsystems auf allen Ebenen.

 

Die Begehung beinhaltet sowohl die frühere Merkmalsstichprobe (vgl. Drs. AR 25/2012) als auch die stichprobenartige Überprüfung der Studiengänge in fachlich-inhaltlicher Sicht (ehemalige Programmstichprobe). Letztere findet seit dem 20.02.2013 nicht mehr gesondert statt, sondern wurde nach den neuen Verfahrensregeln in die zweite Begehung integriert. Ausnahmen gelten für reglementierte Studiengänge.

 

In den Stichproben wird die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Systems anhand relevanter Merkmale der Studienganggestaltung, der Durchführung von Studiengängen und der Qualitätssicherung untersucht. Die Merkmale ergeben sich gemäß Akkreditierungsrat aus den Kriterien für die Akkreditierung von Studiengängen und den ländergemeinsamen und landesspezifischen Strukturvorgaben.

 

Die Ausgestaltung der zweiten Begehung - insbesondere hinsichtlich der Stichproben (Bestimmung der Merkmale, Auswahl und Umfang der zu untersuchenden Studiengänge) - liegt im Ermessen der Gutachter. Details sind in den Regeln des Akkreditierungsrates für die Akkreditierung von Studiengängen und für die Systemakkreditierung dokumentiert.

Für die Stichproben können weitere Gutachter hinzugezogen werden.

 

Verfahrensabschluss

Die Gutachtergruppe erstellt ein Gutachten mit einer Beschlussempfehlung für die Systemakkreditierung.

 

Die Hochschule erhält dieses Gutachten von der Akkreditierungsagentur (ohne Beschlussempfehlung). Die Hochschule hat die Möglichkeit, innerhalb eines definierten Zeitraums Stellung zu beziehen.

 

Die Akkreditierungsagentur entscheidet auf Basis des Gutachtens und der Beschlussempfehlung unter Berücksichtigung der Stellungnahme der Hochschule.

Die Systemakkreditierung kann mit und ohne Auflagen ausgesprochen oder versagt werden. Ergänzt werden kann dies durch Empfehlungen und Hinweise. Die Frist zur Gültigkeit der Systemakkreditierung beträgt acht Jahre, sie kann aber zunächst bis zur Erfüllung der Auflagen beschränkt werden.

 

Zwischenevaluation

Nach der Hälfte der Akkreditierungsperiode findet eine Zwischenevaluation statt.

 

Die Hochschule legt eine Übersicht der im bisherigen Akkreditierungszeitraum durchgeführten Verfahren der Qualitätssicherung vor. Das Ergebnis der Zwischenevaluation durch die Agentur wird in einem Bericht an die Hochschule dokumentiert und veröffentlicht.

 

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